Informationen zu Normen

Kühllast- und sommerliche Temperatur-Normen:

ÖNORM H 6040

Heizlast-Normen:

ÖNORM H 7500-1
ÖNORM H 7500-3
ÖNORM H 7500
ÖNORM B 8135

 

ÖNORM H 7500 Teil 1

ÖNORM H 7500-1  (ausgeschrieben: ÖNORM H 7500 Teil 1)

Heizungssysteme in Gebäuden - Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast für Gebäude mit einem mittleren U-Wert ≥ 0,5 W/(m² ∙ K)

Berechnung der Norm-Raumheizlast und Norm-Gebäudeheizlast. Auslegungsgrundlage von Wärmebereitstellungs- und -abgabe-Systemen

Anmerkung

Statisches Verfahren. Berechnung einzelner Räume. Aus den Raumergebnissen kann auch die Gebäudeheizlast ermittelt werden.

ÖNORM H 7500-1 ist aktuell gültig  (seit 15.2.2015)
Einzige in Österreich gültige Norm zur Berechnung der Raum-Heizlasten. Sie ist zusammen mit EN 12831 anzuwenden.

ÖNORM EN 12831 und ÖNORM H 7500-1 sind zusammen anzuwenden.
Die ÖNORM H 7500-1 ist nationaler Anhang zu ÖNORM EN 12831. Sie präzisiert deren Inhalt und enthält nationale Parameter.

ÖNORM H 7500  (gültig 1.1.2006 bis 14.2.2015)

Überblick Neuerungen gegenüber ÖNORM H 7500:

  • Formulierungen überarbeitet, Inhalte ergänzt
  • beinhaltet sowohl Vereinfachungen, als auch Präzisierungen
  • aktualisierte Klimadaten für ganz Österreich, höhenkorrigiert einzusetzen
  • Vorschlags-U-Werte, wenn Bauteildaten unbekannt
  • Berechnung der Infiltration vereinfacht
  • veränderte Nachbarraumtemperaturen
  • innenliegende Sanitärräume erhalten Zuluft aus Nachbarräumen
     

TGA Planerjahrbuch 2015TGA 12/2014Installateur 6/2015 Haustec praxis 5/2015Gebäudeinstallation 09/2015

 

Neue ÖNORM für Raum- und Gebäudeheizlasten

Bereits 2012 ist die aktualisierte Kühllast-ÖNORM H 6040 erschienen. Mitte 2014 folgte die ÖNORM H 7500‑3 mit dem vereinfachten Norm-Verfahren zur Berechnung der Gebäudeheizlast (Hüllflächenverfahren).

Anfang 2015 erschien die neue ÖNORM H 7500-1, als Ersatz für die ÖNORM H 7500. Die neue Norm ist wieder nationale Ergänzung zur EN 12831. Das bedeutet, dass EN und ÖNORM in Österreich für eine normkonforme Berechnung zusammen einzusetzen sind!
 

Wieso eine neue Heizlastnorm?

Heizlastnormen ZeitverlaufDie ÖNORM M 7500 musste aufgrund des Erscheinens der EN 12831 zurückgezogen werden. Erst 2006 wurde deren Nachfolger, die ÖNORM H 7500 (nationale Ergänzung zur EN) als Vornorm veröffentlicht. Eine Vornormen ist nur eine begrenzte Zeit gültig, daher war eine Überarbeitung nötig.

Außerdem wurde die Aktualisierung einiger Inhalte der Norm immer dringender (z.B. Klimadaten). Zusätzlich wurden durch die Veröffentlichung der ÖNORM H 7500-3 einige Anpassungen sinnvoll, damit beide Normen von den gleichen Neuerungen profitieren können.

ÖNORM H 7500-1 ist also Nachfolger der ÖNORM H 7500 und nationale Ergänzung zur EN 12831. Da damit nicht nur eine, sondern 2 Heizlast-ÖNORMEN parallel gültig sind, und um die Nähe dieser Normen zueinander deutlich zu machen, wurden sie ÖNORM H 7500 Teil 1 und Teil 3 genannt.

Aus der alten ÖNORM H 7500 (ohne Zusatzziffer) wurde also die neue ÖNORM H 7500-1, aus der alten ÖNORM B 8135 wurde die neue ÖNORM H 7500-3.
 

ÖNORM H 7500 Teil 1 vs. ÖNORM H 7500 Teil 3 – warum 2 Heizlastnormen?

Vergleich ÖNORM H 7500-1 und ÖNORM H 7500-3

Mit dem Verfahren der ÖNORM H 7500-1 können die Heizlasten von einzelnen Räumen, Wohnungen (Gebäudeeinheiten) und ganzen Gebäuden berechnet werden. Die Heizlasten von Gebäuden und Gebäudeeinheiten werden dabei – vereinfacht gesagt – aus den Verlusten der einzelnen Räume gebildet (siehe weiter unten).

Das Verfahren der ÖNORM H 7500-1 ist u.a. vorgesehen zur Berechnung von Heizlasten als Grundlage für die Auslegung von Wärmeabgabe-Systemen (Heizkörper, Fußbodenheizungen etc.). Es rechnet statisch und damit deutlich weniger aufwändig als dynamische Gebäudesimulationsverfahren. Aber wenn nur die Auslegung von Wärmebereitstellungs-Systemen (Heizkessel, Wärmepumpen etc.) alleine benötigt wird, wie z.B. im Zuge des Tauschs oder der Überprüfung bestehender Anlagen, ist das Verfahren der ÖNORM H 7500-1 trotzdem aufwändiger als unbedingt nötig.

Aus diesem Grund wurde zusätzlich ein vereinfachtes Gebäudeheizlastverfahren entwickelt und als ÖNORM H 7500-3 veröffentlicht. Damit ist die Norm Nachfolger der ÖNORM B 8135. Als Vereinfachung werden dabei statt der Ermittlung der einzelnen Raumheizlasten nur die Verluste durch die Hülle des gesamten konditionierten Bereichs des Gebäudes eingerechnet (Hüllflächenverfahren). Die Berechnung der einzelnen Räume und der Innenbauteile fällt weg, wodurch viel Arbeitszeit gespart werden kann. Dazu werden auch neue Parameter entsprechend einer üblichen Mischung von Räumen in einem Gebäude vorgegeben (z.B. Innentemperaturen, Luftwechsel).

Grundsätzlich verwenden aber beide Rechenverfahren soweit möglich die gleichen Formeln. Die ÖNORM H 7500-1 ist dabei natürlich komplett EN 12831-konform. Die ÖNORM H 7500-3 weicht bedingt durch die Vereinfachungen teilweise von der EN 12831 ab.

Die Berechnungsverfahren der beiden Normen sind also unterschiedlich aufwändig, angepasst an die unterschiedlichen Einsatzzwecke. Je nach Anwendungsfall ist der Einsatz der einen oder der anderen Norm sinnvoller.
 

EN 12831-konforme Berechnung

Da es diesbezüglich immer wieder zu Missverständnissen kommt:
Für die Planung in Österreich sind die Berechnungen nach ÖNORM H 7500-1 (bisher ÖNORM H 7500) in Kombination mit der EN 12831 durchzuführen. Wo erlaubt und sinnvoll, kann jetzt auch alternativ nach ÖNORM H 7500-3 gerechnet werden.

Jedenfalls sind Berechnungen nur gemäß EN 12831 (also ohne nationale Ergänzung) nicht zulässig, da die ÖNORM H 7500-1 als nationale Ergänzung wesentliche Parameter für die Berechnungen vorschreibt, die der EN fehlen.
 

Das Rechenverfahren

Wie bisher bei der ÖNORM H 7500 wird die Heizlast aus der Summe von Transmissionswärmeverlusten, den Lüftungswärmeverlusten und zusätzlichen Aufheizleistungen berechnet.

Die Lüftungswärmeverluste werden nur für natürliche Lüftung (Fensterlüftung, Infiltration durch Undichtheiten) berechnet. Bei vorhandener mechanischer Lüftung sind die dabei auftretenden Verluste erst nach der Heizlastberechnung einzurechnen, z.B. im Zuge der Kesseldimensionierung gemäß ÖNORM H 5151-1.

Bei unterbrochenem Heizbetrieb (z.B. Nachtabsenkung) ist eine zusätzliche Aufheizleistung hinzuzurechnen. Bei entsprechender, bei modernen Anlagen heute verbreiteter Regelung des Wärmebereitstellungs-Systems (durchheizen bei sehr kalten Nächten) ist dies nicht notwendig.
 

Was ist neu?

Rein von der Handhabung und Schreibweise gesehen wurde der Normtext optimiert und ergänzt, wodurch die Norm einfacher einzusetzen ist als der Vorgänger.

Für die Berechnung der Transmissionswärmeverluste werden wie üblich die U-Werte der Bauteile benötigt. Bei Bestandsgebäuden kann das zu einem großen Problem werden. Oft sind weder die U-Werte, noch die zur Berechnung der U-Werte nötigen Bauteilaufbauten bekannt. Die neue Norm bietet daher Vorschläge für U-Werte an (wie die ÖNORM H 7500-3). Dadurch ist es jetzt endlich möglich, eine normkonforme Heizlastberechnung für Bestandsgebäude mit unbekannten Bauteilaufbauten durchzuführen. Bisher war das beim Fehlen der nötigen Werte nicht möglich.

Denkbar ist der Einsatz der Vorschlags-U-Werte (ähnlich wie bei der ÖNORM H 7500-3) auch für eine erste Abschätzung der Heizlasten bei Planungsbeginn. Wesentlich ist dabei natürlich, dass die endgültige Planung mit den tatsächlichen Bauteilwerten durchgeführt wird.

Bezüglich der Berechnung der Heizlast von Gebäuden und Gebäudeeinheiten erfolgte eine Klarstellung: Die Heizlasten von Räumen und Gebäudeeinheiten werden so gebildet, als würden angrenzende Gebäudeeinheiten schlecht oder gar nicht beheizt werden. Das macht Sinn, da die Heizung in einzelnen Gebäudeeinheiten abgeschaltet sein kann (z.B. während eines Urlaubs) und die daran angrenzenden Räume anderer Einheiten in dieser Zeit trotzdem ausreichend beheizt werden können müssen. Bei der Berechnung der Gebäudeheizlast wird hingegen so gerechnet, als würden alle beheizbaren Räume auf Solltemperatur beheizt, weil die Gebäudeheizlast dann am größten ist. Zusätzlich gibt es noch bei den Lüftungswärmeverlusten Unterschiede zwischen Räumen und Einheiten bzw. Gebäuden.
 

Weitere Neuerungen

  • Aktualisierte Außentemperaturen von 7847 Orten, inklusive Höhenkorrektur
  • Nachbarraum-Temperaturen:
    vereinfachte Auswahl, Ergänzung um weitere Fälle und teilweise Änderung der Temperaturen
  • an Erdreich grenzende Bauteile: Berechnung gemäß neuen EN-Vorgaben
  • Berechnung der Infiltration vereinfacht
  • innenliegende Sanitärräume erhalten ihre Zuluft aus Nachbarräumen
     
     

Der praktische Einsatz

Eine händische Berechnung ist zwar grundsätzlich möglich, aber zeitaufwändig und fehleranfällig. Daher ist es mittlerweile üblich für die Berechnungen Softwareprodukte einzusetzen. Eines der ersten Softwareprodukte am Markt nach der neuen ÖNORM H 7500-1 war unsere Software Heizlast H7500-1.